KAHLSCHLAG 1990/2018

Künstlerhäuser Worpswede, im Eichenhof 2018

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KAHLSCHLAG

Im Projektraum „Eichenhof“ greift Jost Wischnewski auf einen selbst erlebten Ausnahmezustand zurück, ein Naturereignis. Nachdem der schwere Orkan Wiebke zum Jahresbeginn 1990 über Deutschland fegte, war Jost Wischnewski an der Bergung von, auf Schiefergestein, flach wurzelnden und umgestürzten Bäumen beteiligt und räumte Straßen und Wege im Bereich des Naturschutzgebietes im Neanderthal frei. Der Künstler konnte aus der Aktion einiges Material herausziehen, das er zunächst zur Trocknung einlagerte. Später verwertete er das Buchen­, Eichen­ und Eschenholz und fertigte daraus großformatige Buchstaben.

Mit „KAHLSCHLAG“ präsentiert Jost Wischnewski im ehemaligen Restaurant unmittelbar neben dem offenen Kamin diese Holzbuchstaben, auf Paletten gestapelt.

Der Inhalt der beiden dort gelagerten Sätze bleibt sichtbar verschlüsselt. Die Skulptur ist mit einem Sicherheitsabsperrband umwickelt. Dieses Band führt vom Eingang des Gebäudes hin zu der skulpturalen Arbeit und von dort aus in weitere Räume der Ausstellungsfläche. Das Absperrband dient dem Besucher als Orientierungshilfe und somit als Wegeleitsystem zu weiteren Stationen der gesamten Installation. Wischnewski thematisiert mit „KAHLSCHLAG“ die beschleunigte Veränderung einer bekannten Kalkabbaulandschaft und transformiert somit einen befristeten Zeitraum seiner individuellen Wahrnehmung an diesem Ort. Die jetzt auf den Eichenhof Bezug nehmende Arbeit „KAHLSCHLAG“ steht stellvertretend für den ABBAU einer gewachsenen Landschaft und einen in die Zukunft gerichteten, kapitalorientierten AUFBAU.

Katharina Groth, 2018