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Jost Wischnewskis reflektierte fotografische Analysen unterschiedlicher Raumtypologien verbinden einen präzisen Blick auf unsere Gegenwart mit einem ausgesprochenen ästhetischen Empfinden für die subtilen Zwischentöne innerhalb urbaner Veränderungsprozesse. Seine Fotografie weiß um die Grenzen des Mediums, Wirklichkeit zu durchdringen und ist dennoch in der Lage, den Blick des Betrachters für bislang Ungesehenes zu öffnen. Elemente der dokumentarischen Fotografie verbinden sich in seinen Bildern mit einer strengen formalen Ausrichtung in der Komposition. Dabei lässt gerade die scheinbar objektive Anmutung das selektive Element subjektiver Wahrnehmung sichtbar werden.

Man merkt diesem künstlerischen Werk seine präzise Genese an, bei der nichts dem Zufall überlassen ist und die intensive Bildwirkung aus dem strengen und doch immer wieder überraschenden Bildaufbau resultiert. Dass der Blick auf die großen Transformationsprozessen unserer Zeit Faszination und kritische Distanz produktiv zu verbinden weiß, zählt zu den großen Stärken des Werks von Jost Wischnewski.

 

Vanessa Joan Müller, Köln 2012